
Forscher untersuchten die Bodenfeuchte in sechs verschiedenen Landnutzungssystemen in Bolivien. Dazu gehörten Kakao-Monokulturen, Agroforstsysteme – sowohl unter ökologischer als auch unter konventioneller Bewirtschaftung –, ein Sukzessions-Agroforstsystem sowie eine natürliche Brache. Über einen Zeitraum von 18 Monaten maßen sie die Bodenfeuchte bis in eine Tiefe von 70 cm.
Die Bodenbeschaffenheit variierte innerhalb des Versuchsgebiets stark. Die Forscher identifizierten zwei unterschiedliche Bodengruppen. Diese Gruppen unterschieden sich hinsichtlich ihres Tonanteils, ihrer Schüttdichte und ihrer Wasserhaltekapazität. Diese Unterschiede bestanden sogar innerhalb eines kleinen Gebiets.
Die Landnutzungsform bestimmte, wie sich die Bodenfeuchte in Abhängigkeit von der Tiefe veränderte. In Monokulturen sank die Feuchte während der Trockenzeit vor allem im Oberboden. Tiefere Schichten blieben das ganze Jahr über feucht. In Agroforstsystemen sank die Feuchte gleichmäßiger über das gesamte Bodenprofil hinweg.
Dieses Muster deutet auf eine komplementäre Wassernutzung hin. Die Wurzeln des Kakaobaums beziehen ihr Wasser aus den oberflächennahen Bodenschichten. Die Wurzeln der Schattenbäume beziehen ihr Wasser aus tieferen Schichten. Die beiden Wurzelsysteme scheinen nicht um dasselbe Wasser zu konkurrieren.
Der Schatten trug zudem zum Erhalt der Feuchtigkeit im Oberboden bei. In Agroforstsystemen enthielt die oberste Bodenschicht mehr Feuchtigkeit als in Monokulturen. Schattenbäume verringerten den Wasserverlust durch Verdunstung und reduzierten die Transpiration der Kakaopflanzen.
Deckfrüchte zeigten keine messbaren Auswirkungen. Die Bodenfeuchte in ökologischen Monokulturen, in denen eine Leguminosen-Deckfrucht eingesetzt wurde, unterschied sich nicht von der in konventionellen Monokulturen mit unbedecktem Boden.
Die Bodenart wirkte sich auf die Wasserverfügbarkeit aus, nicht jedoch auf den Ertrag. Eine Bodengruppe enthielt während der gesamten Studie weniger verfügbares Wasser als die andere. Dennoch stellten die Forscher keinen Einfluss auf die Kakaobohnenproduktion fest.