Jahr2025
Konferenz6. Weltkongress für Agroforstwirtschaft
AutorenJoachim Milz, Fortunato Velásquez, Walter Yana, Bastian Pellhammer, Johanna Jacobi und Johannes Milz

Über 5.000 Bauernfamilien in acht Ländern setzen auf eine auf Waldsukzession basierende Agroforstwirtschaft

Die ECOTOP-Stiftung hat über 5.000 Bauernfamilien in acht Ländern unterstützt. Dazu gehören Ghana, die Elfenbeinküste, Sierra Leone, Burkina Faso, Bolivien, Ecuador, Mittelamerika und Samoa. Alle wenden die „Dynamic Agroforestry“ (DAF) an, ein System, das sich an der Waldsukzession orientiert.

Bei der DAF-Methode werden Pflanzen nach Lebenszyklus und Höhenlage gruppiert. Diese Anordnung verringert den Wettbewerb um Licht, Wasser und Nährstoffe. Das System stützt sich ausschließlich auf Schnitt und Mulchen. Es kommen keine externen Zusätze zum Einsatz.

Die Ergebnisse zur Kohlenstoffspeicherung sind besonders bemerkenswert. Bis 2022 enthielten die DAF-Parzellen 66,2 t C/ha an Biomasse-Kohlenstoff. Monokulturen enthielten dagegen nur etwa 26 t C/ha. Die Summe aus Biomasse- und Bodenkohlenstoff erreichte bei DAF 135 t C/ha, gegenüber 83 t C/ha in Monokulturen. Der Kohlenstoffgehalt im Oberboden stieg bei DAF zwischen 2010 und 2020 deutlich an. In den Monokulturen war im gleichen Zeitraum keine Veränderung zu verzeichnen. Die von Landwirten bewirtschafteten DAF-Parzellen in Alto Beni wiesen sogar noch höhere Werte auf und erreichten 143,7 t C/ha gegenüber 86,3 t C/ha in den Monokulturen.

Auch bei der Produktivität schneidet DAF besser ab. In der Einführungsphase von 2009 bis 2013 lagen die Gesamterträge im DAF-System um 105% über denen von Monokulturen. Die Kakaoerträge waren unter Schatten zunächst geringer. Nebenkulturen wie Bananen und Kochbananen glichen diesen Unterschied jedoch aus. Der Arbeitsertrag im DAF-System erreichte etwa das Doppelte des Ertrags in der Monokultur.

Aktuelle Daten zum Kakaoanbau bestätigen die starke Entwicklung. Von 2022 bis 2024 lagen die DAF-Kakaoerträge im Durchschnitt bei 732,6 kg/ha. Dies wurde ohne jegliche externe Betriebsmittel erreicht. Die Erträge stiegen in diesem Zeitraum von Jahr zu Jahr.

Die Ergebnisse zu Wasser und Biodiversität untermauern diese Erkenntnisse. DAF-Systeme glichen Schwankungen der Bodenfeuchte besser aus als Monokulturen. Die Wassernutzung durch die Wurzeln schien sich über die verschiedenen Pflanzenschichten hinweg zu ergänzen. Die Vogelgemeinschaften in DAF-Systemen entsprachen denen, die in Bracheflächen von Sekundärwäldern anzutreffen sind.

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