Jahr2012
Autoren J. Milz

Kakaoerträge in der Elfenbeinküste gehen zurück, da die Monokultur an ihre Grenzen stößt

Ecotop hat im Auftrag des IDH-Biopartenaire-Barry Callebaut-Projekts in Yamoussoukro, Elfenbeinküste, 21 Landwirt-Ausbilder in dynamischen Agroforstsystemen (DAF) geschult. Nach einem dreitägigen Workshop legten die Ausbilder auf ihren eigenen Höfen DAF-Versuchsflächen an. Jeder Ausbilder wird nun mindestens 30 benachbarte Landwirte unterstützen.

Die Elfenbeinküste produzierte im Jahr 2011 über 1,5 Millionen Tonnen Kakao und war damit der weltweit größte Produzent. Allerdings sank der Ertrag pro Hektar von 700 kg/ha im Jahr 2000 auf 611 kg/ha im Jahr 2009. Monokulturen in voller Sonne, mangelhafte Bewirtschaftung und zunehmender Schädlingsbefall drohen, die Kakaoproduktion zum Erliegen zu bringen.

Die Bauern sehen sich über den Kakao hinaus mit immer größeren Problemen konfrontiert. Grundnahrungsmittel wie Yamswurzeln, Maniok, Mais und Erdnüsse konkurrieren mittlerweile mit dem Kakao um Anbauflächen. Die Betriebsgrößen schrumpfen, da die Grundstücke durch Erbschaften über Generationen hinweg aufgeteilt werden. Der anhaltende Export von Brennholz und Holzkohle entzieht dem Boden Nährstoffe.

In den letzten Jahrzehnten haben sich weite Teile des Primärwaldes in Savanne verwandelt. Landwirte berichten von unregelmäßigen Niederschlägen und einer zunehmenden Dürregefahr. Mineraldünger können die Bodenerosion nicht aufhalten, und Pestizide können die zunehmenden Schädlings- und Krankheitsprobleme nicht lösen.

Der Bericht stuft Kakao als eine für den Waldunterwuchs geeignete Art ein, die Schatten verträgt und eine hohe Artenvielfalt fördert. Einige über 80 Jahre alte Kakaoplantagen bleiben unter waldähnlichen Bedingungen gesund und ertragreich. Dynamische Agroforstsysteme ahmen diese Struktur nach, indem sie die Baumkronen in Schichten anordnen und durch Schnittmaßnahmen organisches Material zuführen.

Der Bericht empfiehlt einen systemorientierten Ansatz anstelle einer kurzfristigen Ertragsmaximierung. Er schlägt vor, Kautschukbäume, Obstbäume und Ölpalmen über den Kakaopflanzen anzupflanzen, um die Einkommensquellen und die Kronenstruktur zu diversifizieren. Selektives Jäten, das Veredeln unproduktiver Bäume und die brändenfreie Rodung runden die vorgeschlagenen Maßnahmen ab.

Das Projekt zielt darauf ab, durch diesen Ansatz die Produktivität von mindestens 1.000 Kleinbauern zu steigern. Der Bericht stellt dies als möglichen Ausgangspunkt für eine umfassendere Agrarreform in der Region dar.

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