
Dieser Artikel beschreibt 25 Jahre dynamischer Agroforstwirtschaft in Alto Beni, Bolivien, wobei der Schwerpunkt auf einer Modellfläche liegt, die seit 1997 von den Landwirten Walter und Ascencia Yana bewirtschaftet wird. Die Forscher kombinierten wirtschaftliche Daten dieser 1,96 Hektar großen Parzelle mit einer umfassenderen Erhebung zu neun Agroforst-Parzellen von Kleinbauern sowie mit Ergebnissen aus dem Langzeitversuch „SysCom“.
Auf der Modellparzelle wachsen 54 Baumarten, darunter 21 Holz- und 13 Obstarten. Die Kakaoerträge stiegen von 280 kg/ha im Jahr 2017 auf 430 kg/ha im Jahr 2020 und auf etwa 480 kg/ha im Jahr 2022, nachdem Begleitbäume beschnitten und genetische Verbesserungen vorgenommen worden waren. Im Jahr 2020 erzielte die Parzelle aus Kakao und Begleitkulturen zusammen einen Gesamtertrag von 2.936 USD/ha bei Kosten von 294 USD/ha und 54 Arbeitstagen/ha – was einem Nettoertrag von 49 USD pro Arbeitstag entspricht.
Auf den neun untersuchten Kleinbauernparzellen lag der durchschnittliche Kakaoertrag bei 514 kg/ha, wobei der Kakao 68% zum Einkommen beitrug und die Begleitkulturen den Rest. Der Wert des stehenden Baumbestands betrug durchschnittlich 5.565 USD/ha, was ein erhebliches langfristiges Kapital darstellt.
Im Vergleich zum intensiver bewirtschafteten dynamischen Agroforstsystem des SysCom-Versuchs (590 kg/ha, zweimal jährlich beschnitten) erzielte die Modellparzelle trotz geringerer Erträge eine höhere Arbeitsrentabilität (49 USD gegenüber 22 USD pro Arbeitstag), was zeigt, dass Kleinbauern effiziente Bewirtschaftungsstrategien mit geringem Input entwickelt haben. Die ökologische Monokultur im SysCom-Versuch erzielte zwar nach wie vor höhere Erträge als alle Agroforstsysteme (1.170 kg/ha), erwirtschaftete jedoch ein geringeres Nettoeinkommen pro Arbeitstag (28 USD) als die Modellparzelle.