In dieser Studie wird untersucht, wie sich das Beschneiden von Schattenbäumen auf die Kakaoerträge und das Einkommen in agroforstwirtschaftlichen Systemen in Bolivien auswirkt. Landwirte, die ihre Schattenbäume beschnitten, verzeichneten Ertragssteigerungen von 430 kg/ha auf 710 kg/ha trockener Kakaobohnen. Diese Verbesserung wurde auf eine bessere Blüte und Schotenproduktion aufgrund der verbesserten Lichtverfügbarkeit zurückgeführt.
Durch das Beschneiden konnten die Erträge zwar deutlich gesteigert werden, die finanzielle Machbarkeit hing jedoch von der ursprünglichen Produktivität des Betriebs ab. Betriebe mit höheren Ausgangserträgen profitierten wirtschaftlich am meisten, da das zusätzliche Einkommen aus der höheren Kakaoproduktion die Beschneidekosten aufwiegt. Bei Betrieben mit niedrigeren Erträgen überstiegen die Kosten des Beschneidens jedoch häufig die Einkommensgewinne.
Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung der Bewirtschaftung von Schattenbäumen als Teil einer nachhaltigen Kakao-Agroforstwirtschaft. Der Baumschnitt steigert nicht nur die Erträge, sondern verbessert auch das Gesamtgleichgewicht zwischen Produktivität und Ökosystemleistungen wie Kohlenstoffspeicherung und Artenvielfalt. In der Studie wird eine zusätzliche Unterstützung durch den Kakaosektor gefordert, z. B. in Form von Subventionen oder Fair-Trade-Prämien, damit der Baumschnitt für alle Bauern wirtschaftlich rentabel wird.