In der Studie wurde untersucht, ob Agroforstsysteme für Kakao im Vergleich zu Monokulturen zu einem erhöhten Auftreten von Schädlingen und Krankheiten führen. Im Gegensatz zu traditionellen Annahmen ergab die Studie, dass Agroforstsysteme bei Anwendung guter kultureller Managementpraktiken - wie regelmäßigem Beschneiden, häufigem Ernten und sofortigem Entfernen kranker Schoten - keine höheren Schädlings- und Krankheitsraten aufweisen als Monokulturen.
In Experimenten, die in Bolivien über einen Zeitraum von drei Jahren durchgeführt wurden, waren in allen Systemen nur 14% der Kakaoschoten von Schädlingen und Krankheiten betroffen, wobei es keine signifikanten Unterschiede zwischen Agroforst- und Monokultur-Systemen gab. Darüber hinaus führte eine Erhöhung der Häufigkeit der Ernte und der Entfernung kranker Schoten von 25 auf 15 Tage zu einer deutlichen Verringerung des Krankheitsbefalls und zu einer Steigerung der Erträge um bis zu 46% in Kleinbauernbetrieben.
Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass kleine Kakaobauern agroforstwirtschaftliche Praktiken anwenden können, ohne zunehmende Schädlingsprobleme befürchten zu müssen, sofern sie gute Bewirtschaftungsmethoden anwenden. Dies führt zu einer nachhaltigen Produktion und potenziell höheren Einkommen, bietet aber auch Vorteile wie die Erhaltung der biologischen Vielfalt und die Bindung von Kohlenstoff.