Veränderung des Zitrusanbaus in Bolivien durch dynamische Agroforstsysteme

RegionLateinamerika
SchwerpunktDiversifizierung, Kohlenstoffsequestrierung, Klimaresistenz
HauptfruchtOrange
DauerJul 1995 - laufend
DurchECOTOP Consult
Tags
Größe1,25 ha
Dichte278 Bäume/ha
CO2 gespeichert155 t/ha

Von der Monokultur zum widerstandsfähigen Orangenanbau: Ein Modell für nachhaltige Landwirtschaft

Ein bahnbrechendes 1,25-Hektar-Projekt, das die Vorteile der Agroforstwirtschaft bei der Steigerung der Produktivität, der Artenvielfalt und der Klimaresistenz im Zitrusanbau aufzeigt.

Im Jahr 1989 wurden auf einer Fläche von 1,25 ha Orangen (Var. late Valencia) in 6x6m Quadranten als Monokultur angepflanzt. Leguminosen (Glycine wighitii) wurden gesät, um eine Bodenbedeckung zu schaffen. Die Umwandlung dieser Pflanzung in ein dynamisches Agroforstsystem (DAF) begann 1996.

Vielfältige Agroforstwirtschaft: Bananen, Orangen und einheimische Bäume für ein widerstandsfähiges Ökosystem

  • Bananen (Cavendish-Typ in Kombination mit lokalen hochwachsenden, schattentoleranten Sorten) wurden alle 3 m zwischen den Orangenreihen gepflanzt.
  • Zusätzlich Samen von Inga spp. in Kombination mit anderen sekundären Baumarten sowie primären Waldarten und Palmen wurden alle 0,5 m in der Orangenreihe gesät oder gelegentlich gepflanzt.
  • Die Bäume, die in der oberen Schicht gepflanzt wurden, wurden so ausgewählt, dass sie in der Trockenzeit ihre Blätter verlieren (d. h. Ceiba (Ceiba pentandra), Cedrillo (Spondias mombin), Ochóo (Hura crepitans), Tarara (Centrolobium ochroxylum), Mahagoni (Swetenia macrophilla) und andere.
  • Im Jahr 2000 wurden dazwischen auch Kaffee, Kakao, Pfeffer und andere einheimische Obstarten gepflanzt.
  • Verschiedene Untersuchungen über den Befall mit Fruchtfliegen (Anastrepha ssp. y Ceratitis captitata), Bodenfruchtbarkeit und Produktivität im Vergleich zur Monokultur (Soto, V. 2002).
Die Ausgangslage war eine junge Monokultur von Zitrusfrüchten auf der Farm von Joachim Milz © ECOTOP/ J. Milz, 1995

Die oben beschriebene Plantage umfasst nun mehr als 60 Arten von Holz- und Obstbäumen in verschiedenen Kronenschichten (Strata) unter und über den Zitrusbäumen. Pro Hektar sind 650 Bäume und Palmen vorhanden, und die Bodenfruchtbarkeit hat sich im Einklang mit der Entwicklung der Begleitflora innerhalb der Plantage erhöht. Bei Dürreperioden zeigte sich besonders deutlich, dass dieses System im Vergleich zu normalen Plantagen in der Region keine Anzeichen von Stress zeigte und die Produktivität (Ertrag) aufrechterhielt.

Gleichbleibend hohe Erträge und verbesserte Bodenfruchtbarkeit in Agroforstsystemen

Im Allgemeinen waren die Ernteerträge in den Agroforstsystemen relativ konstant und lagen über dem Durchschnittsertrag der Region. Die in den Schnitt und die Bewirtschaftung investierte Zeit führte und führt zu einer Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit, was man von Monokulturen nicht behaupten kann. Innerhalb von zwei bis drei Jahren produzierte das System genügend organische Substanz, um eine permanente Bodenbedeckung aus Schnittgut und abgefallenem Laub aufrechtzuerhalten und einen hohen Kohlenstofffluss zu gewährleisten. Daher war kein Düngereinsatz erforderlich. Es ist jedoch wichtig, dass der Beschnitt der Schattenbäume rechtzeitig erfolgt, um die Blüte der Zitrusfrüchte einzuleiten (etwa drei Monate vor der Entwicklung der Blüten bei den Orangen). In dem Agroforstsystem gibt es keine nennenswerten Probleme mehr mit Schädlingen und Krankheiten.

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