Juni 9, 2019
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1995 wurden in der Region Alto Beni die ersten Praktiken der sukzessiven Agroforstwirtschaft unter der Beratung von Ernst Götsch eingeführt. ECOTOP nahm diese Impulse auf und machte diesen Ansatz zu einem Schwerpunkt seiner agroforstlichen Arbeit, sowohl auf regionaler als auch auf internationaler Ebene. Heute verfügen die Erzeuger in der Region Alto Beni über vielfältige Erfahrungen mit diesem Ansatz und es gibt eine Vielzahl von Plantagen unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Komplexität.
ECOTOP entwickelt Methoden und Strategien, um das Verständnis der Lebensprinzipien für die agroforstliche Produktion und die entsprechende Anwendung auf der Ebene der Kleinbauern zu erleichtern und berät Produzenten in verschiedenen Kontinenten.
Das Team der Moderatoren verfügt über umfangreiche praktische Erfahrungen in der Moderation von Prozessen und in der Umsetzung und Verwaltung dynamischer Agroforstsysteme, die sich an den Grundsätzen der syntropischen Agroforstwirtschaft in verschiedenen Ökoregionen der Welt orientieren.
Ankunft in La Paz Samstag, 8. Juni 2019 Fahrt nach Alto Beni Sonntag, 9. Juni 2019 Rückkehr nach La Paz Donnerstag, 20. Juni 2019
Freitag, 21. Juni 2019, fakultativ: Besuch der Einrichtungen der Fabrik Central de Cooperativas El CEIBO Ltda in El Alto - La Paz und Rückfahrt.
Ort: Sapecho und Sara Ana in Alto Beni-Bolivia
Sprache: Spanisch und Englisch
Kosten: 1850,- USD
Beinhaltet: Unterkunft in La Paz vom 8. bis 9. Juni 2019, Reise nach Alto Beni, Unterkunft, Verpflegung, Transport vor Ort, Arbeitsmaterial, Rückkehr nach La Paz und Unterkunft in La Paz vom 20. bis 21. Juni 2019.
Ungefähr 10 Stunden pro Tag Arbeit Ausbilder:
Dr. Joachim Milz Tec. Walter Yana
Die Grundlage für die ökologische und syntropische Landwirtschaft ist das Verständnis und die Einsicht in die Zusammenhänge eines bestimmten Ökosystems. Jedes Ökosystem hat seine eigene Dynamik, die in jeder Region anders zum Ausdruck kommt, der aber die Prinzipien der Dynamik der natürlichen Sukzession der Arten sowohl in Zeit als auch in Raum gemeinsam sind
Der Ausgangspunkt für die Schaffung eines Agrarökosystems ist daher das ursprüngliche Ökosystem des Ortes selbst, das als Leitfaden dienen sollte. Oftmals finden wir noch Nischen oder Überreste dieser Ökosysteme und versuchen, sie nachzubilden und entsprechend unserer Hauptkultur zu optimieren.
Für die Umsetzung der Grundsätze einer nachhaltigen Produktion ist es von grundlegender Bedeutung, sich auf die Prinzipien des Lebens zu stützen. Es gibt keine allgemeingültigen Formeln und noch viel weniger technologische Pakete für diese Art der Landwirtschaft. Wir brauchen einen Gesinnungswandel, einen Paradigmenwechsel, und wir müssen andere Sinne als unsere Rationalität entwickeln, um den Geist einer Landwirtschaft wiederzufinden, die die Grundlage für das Wohlergehen der Menschheit und des Planeten selbst ist.
Die langjährigen Erfahrungen mit dynamischen Agroforstsystemen in der Region Alto Beni in Bolivien, Mittelamerika, Asien und Westafrika mit einer Vielzahl von Systemen, die von Landwirten eingerichtet wurden, und Versuchsflächen mit Kulturen von wirtschaftlichem Interesse zeigen die Machbarkeit dieses Ansatzes. Die Konzepte werden in der Praxis auf partizipative Weise rekonstruiert und dann auf individueller Ebene in den Parzellen der einzelnen Teilnehmer repliziert. Daher wird der methodische Ansatz als ein dynamischer und äußerst praktischer und nicht als ein linearer Prozess betrachtet. Eines der grundlegenden methodischen Prinzipien dieses Prozesses ist die Praxis, die sich aus dem Verständnis der Prozesse entwickelt, die die Natur bestimmen.
Im Mittelpunkt des Kurses steht die dynamische Agroforstwirtschaft in einem ganzheitlichen Rahmen mit systemischem Denken. Ganzheitliches Denken geht davon aus, dass alles miteinander verbunden ist und zusammenhängt. Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile. Wenn wir diesen Ansatz in Betracht ziehen, verstehen wir Phänomene wie Krankheiten und Schädlinge in unseren Kulturen als Mechanismen der Systemregulierung. Auf diese Weise können wir Hintergrundlösungen entwickeln, anstatt Symptome zu bekämpfen.
In Anbetracht der Tatsache, dass jede Veränderung von einer Veränderung der eigenen Person ausgeht, werden Erfahrungstechniken entwickelt, die es ermöglichen, mit sich selbst und seiner Umgebung in Beziehung zu treten. Der Ausgangspunkt ist eine Diagnose der aktuellen Produktionssituation mit einem systemischen Ansatz. Der Schwerpunkt liegt dabei sowohl auf der Nahrungsmittelproduktion als auch auf der Produktion von "cash crops", insbesondere Kakao und anderen mehrjährigen Pflanzen. Es wird auch ein Rückblick auf die weltweite Kakaoproduktion gegeben und die produktive Situation von Ländern wie der Elfenbeinküste, Ghana, Indonesien und Brasilien analysiert.
Auf der Grundlage dieser Analyse werden die Prinzipien der dynamischen Agroforstwirtschaft (syntropische Agroforstwirtschaft) aufgebaut und in verschiedenen Kontexten technisch angewandt, von der Anlage einer neuen Parzelle ohne Abbrennen für einjährige Kulturen bis hin zu Bewirtschaftungspraktiken wie Beschneiden, Schichtung, selektives Jäten und Synchronisierung. Der Aufenthalt im internationalen Forschungszentrum Sara Ana zum Vergleich von Kakaoproduktionssystemen ermöglicht es uns, die Konzepte der verschiedenen Produktionsansätze aus wissenschaftlicher Sicht zu vergleichen und zu vertiefen und die bisherigen Ergebnisse zu analysieren.
Der Austausch mit erfolgreichen Kakaobauern in der Region, die systematisch eine an ihre Mikroregion angepasste Auswahl eigener Kakaosorten entwickelt haben, ergänzt das Programm.
Schließlich werden Erfahrungen und Arbeitsmethoden zur Erleichterung von Veränderungsprozessen mit den Erzeugerfamilien ausgetauscht, um den Förderansatz des "Technologietransfers" zu durchbrechen.
Und da man "ist", was man isstWir werden auch einen Moment der Vorbereitung eines Menüs mit Produkten aus unseren Systemen widmen.
